Grenzregime 3: Der lange Sommer der Migration.

Dienstag // 28.02. // 20:00

Buchvorstellung und Diskussion

Im Jahr 2015 spitzten sich jene Verhältnisse zu, die bereits zuvor das europäische Grenzregime gekennzeichnet hatten: Die Risse des Dublin-und Schengensystems, die Widersprüche zwischen europäischen Abschottungsversuchen, erstarkendem Nationalismus und auf der anderen Seite lokalen Solidaritätspraxen und der Bewegung der Migration.

Der Sammelband Grenzregime 3 hat zeitnah aktivistische und wissenschaftliche Perspektiven auf die Verschiebungen im Grenzregime an den verschiedenen Orten in und außerhalb Europas entwickelt und gebündelt. Auf der Buchvorstellung haben wir Gelegenheit Einblicke in die Perspektiven der Autor*innen Chandra-Milena Danielzik und Lina Ewert sowie Mathias Rodatz und Stefanie Kron als Mitherausgeber*innen zu nehmen und zu diskutieren: Welche Entwicklungen des Grenzregimes können wir rekapitulieren? Wie können diese Widersprüche zugespitzt werden? Welche alternativen Visionen von Europa werden in diesen Kämpfen sichtbar?

Stefanie Kron und Mathias Rodatz rekapitulieren den langen Sommer der Migration und die Krise, Rekonstitution und ungewisse Zukunft des europäischen Grenzregimes.

Lina Ewert erörtert Chancen und Grenzen zivilgesellschaftlicher Seenotrettung am Beispiel der Organisation Seawatch.

Chandra-Milena Danielzik blickt auf die Willkommenskultur, die Geflüchteten-Bewegung und die Suche nach Gemeinsamkeiten der Kämpfe um Rechte.

Eine Veranstaltung des Berlin-Knotens von kritnet (Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung) in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Kritik der neuen deutschen Bevölkerungspolitik

Donnerstag | 16.02. | 20.00

Von nützlichen Migrant_innen und Babies aus der Mittelschicht. Strategien gegen eine neue deutsche Bevölkerungspolitik
(english below, castellano abajo)

Deutschland hat „demografische“ Probleme und eine „Demografiestrategie“ soll die lösen. In der Folge der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik forderten in der alten Bundesrepublik vor allem Altnazis und neue Rechte offen eine staatliche Politik, um Größe, Zusammensetzung und „Qualität“ der deutschen Bevölkerung zu gestalten. In den letzten zwanzig Jahren hat sich dies radikal geändert, ohne dass Feminist_innen und Linke hierauf bislang effektive Antworten entwickelt hätten.

Die Bundesregierungen haben katastrophische Szenarios einer „schrumpfenden“ und „alternden“ deutschen Bevölkerung wiederentdeckt und das Gegensteuern zum offenen Ziel ihrer Familien- und Migrationspolitik erklärt – ohne großen Gegenwind.
In der Veranstaltung wollen wir die Begründungsmuster und Auswirkungen dieser neuen deutschen Bevölkerungspolitik diskutieren. Wir schauen uns die „Demografiepolitik“ der Bundesregierungen an – mit den Zielen einer Steigerung von Geburten in den Mittelschichten und einer auf „nützliche“ Fachkräfte ausgerichteten, klassenselektiven Migrationspolitik.

Eine Dimension davon sind die Anwerbestrategien von migrantischen Pflegekräften, deren Arbeitsbedingungen und -kämpfe wir anhand des Beispiels spanischer Pflegekräfte diskutieren wollen. Und wir fragen: Welche Kontinuitäten gibt es zwischen der „Demografiestrategie“ der Bundesregierung und rechtsextremen Programmen, insbesondere der AfD, die für eine „aktive Bevölkerungspolitik“ wirbt?

Vor allem aber: Welche Gegenstrategien und politischen Organisations- und Aktionsformen können wir der neuen deutschen Bevölkerungspolitik entgegensetzen?

Wir diskutieren diese und andere Fragen mit einem Mitglied der spanischen Gewerkschaftsgruppe GAS (N.N. Grupo de Acción Sindical) die migrantische Pflegekräfte in Deutschland in ihren Arbeitskämpfen unterstützen, mit Andreas Kemper, der die bevölkerungspolitische Programmatik der AfD vorstellt, sowie Susanne Schultz (kitchen politics), die einen Überblick über die Demografiestrategien der letzten Bundesregierungen gibt. Moderation: Mike Laufenberg (kitchen politics).

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On “usefull migrants” and middle class babies: How to oppose the new German population policies?

In the context of catastrophic scenarios of a shrinking and ageing population, German governments have declared the active management of the national population as an essential part of its family and migration policies. How do these population policies look like and how can we politically oppose them?

The event will focus on two current demographic strategies to discuss these questions: the distinction between “unwanted” and “usefull” migrants and the attempt to increase the birth rate of middle class families while inhibiting reproduction in the working and poverty classes. We’ll discuss the example of the recruitment of Spanish care workers and their labor struggles. And we’ll explore continuities between the demographic strategies of the German government and far-right population policies, in particular in the case of AfD.

With a member of the spanish unionist group Grupo de Acción Sindical (N.N.), Andreas Kemper (publicist), Susanne Schultz (kitchen politics), Mike Laufenberg (kitchen politics). Discussion in German language, but english and spanish whispering translation will be provided.

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Sobre “migrantes útiles“ y bebés de la clase media. ¿Cómo oponer a la nueva política alemana de población?

En los últimos años ha cobrado importancia un discurso catastrófico sobre una población alemana en decrecimiento y envejecimiento, y los gobiernos han declarado que el manejo de la población nacional es un aspecto fundamental de sus políticas familiares y de migración. ¿Cuáles son los aspectos importantes de éstas políticas y cómo podemos oponernos?

En el evento vamos a discutir las estrategias demográficas, distinguiendo entre migrantes “útiles” y “no útiles”, y las políticas que intentan subir la tasa de natalidad en la clase media, mientras que se excluye a la gente pobre y desempleada de este proyecto de reproducción nacional. Vamos a discutir el ejemplo del reclutamiento de enfermeras españolas y sus luchas, y vamos a discutir continuidades y diferencias entre el discurso demográfico del gobierno alemán y el proyecto de “política de población activa” del partido AfD.

Con un miembro del Grupo de Acción Sindical (N.N.), Andreas Kemper (periodista), Susanne Schultz (kitchen politics), Mike Laufenberg (kitchen politics). Discusión en alemán con traducción en voz baja al castellano.

Identität – Vom “Wer sind wir denn?” zum “Was machen wir hier eigentlich?“

Donnerstag | 02.02.17 | 20.00Uhr

Daniel Kulla spricht in anstiftender Absicht zum Thema Identität, also über Identitäre, Identity Politics und Selbstbehauptung, über an Marx angelehnte, diskordische und Tiqqunsche Identitätskritik sowie über Identifizierung und Verbindung als Fähigkeiten und Wege zum Kommunismus.

Kulla schreibt und spricht sonst dauernd über Rausch, Lust, Verschwörung und Betriebsbesetzungen, singt bei Clastah und bloggt auf classless.org

Auschwitz als Symbol / Veranstaltung zum 72. Jahrestag der Befreiung

Mittwoch | 25. Januar | 20 Uhr

Der 27. Januar als Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee stellt als „Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ einen zentralen erinnerungspolitisch geprägten Anlass dar, sich bundespolitisch und auch international dem Gedenken an den deutschen Vernichtungswahn zu widmen.
Die Festlegung dieses Jahrestages durch die UN, sowie als bundesdeutscher Gedenktag zeigen, wie der Ort Auschwitz zum zentralen Symbol und Synonym für die nationalsozialistische Vernichtungspolitik an Jüdinnen_Juden, aber auch Sinti_zza und Rom_nja, Bewohner_innen der besetzten Länder, Kriegsgefangenen, Kommunist_innen und andere politische Gegner_innen, Homosexuelle und Trans_personen, Menschen mit sogenannten Behinderungen und als „asozial“ Verfolgte in Europa wurde.

In einer Veranstaltung mit einem Referenten des Bildungswerk Stanislaw Hantz wollen wir der Frage nachgehen, durch welche historische, kulturelle, erinnerungs- und gedenkpolitischen Entwicklungen dieses universalistische Symbolcharakter etabliert wurde. Warum wurden nicht etwa andere Orte der Massenvernichtung zu Symbolen der Shoah, oder etwa Tage von Aufständen zu offiziellen Gedenktagen in Europa? Warum bekamen sie in der öffentlichen Wahrnehmung nach 1945 weit weniger Aufmerksamkeit? Eine solche Analyse richtet ihren Blick nicht allein auf deutsche Erinnerungspolitiken, sondern ebenfalls auf Diskurse und Entwicklungen in Polen und weiteren heutigen Osteuropäischen Staaten.

Das nach einem ehemaligen Auschwitz-Häftling benannte Bildungswerk Stanisław Hantz e.V. veranstaltet Studienreisen zu ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagern, organisiert Tagesseminare, Veranstaltungen, Lesungen und Zeitzeug_innengespräche; es arbeitet mit dem Club der ehemaligen Konzentrationslagerhäftlinge in Zgorzelec (Polen) zusammen wie auch mit den Gedenkstätten Sobibór und Belzec.

http://bildungswerk-ks.de/
http://antifa-neukoelln.net/

!!!Glitter Inferno: The Final Countdown 2016!!!

Mittwoch // 14.12. // 20.00

Unser letztes Konzert in diesem Jahr!

In bereits vertrauter Atmosphäre des kollektivistischen Cafébetriebs K-Fetisch werden wir euch im bitterkalten Dezember mit herzerwärmenden Arrangements beglücken. Dabei steht bereits zum wiederholten Male eine Weltpremiere auf dem Plan.

Haltet euch den Termin frei, denn wir freuen uns sehr auf euch!