Das Wörterbuch „der besorgten Bürger“

Die Helle Panke präsentiert
nächsten Mittwoch, 16. Oktober 2019 von 20:00 bis 22:00 im k-fetisch

Im Oktober wird PEGIDA fünf Jahre alt. Mit PEGIDA entstand auf der Seite der extremen Rechten nicht nur eine soziale Bewegung, die tief in der Stadt Dresden und ihrem Umland verwurzelt ist, sondern auch eine eigene Sprache. Sie lässt extrem rechtes Denken weit über PEGIDA-Kreise wirken und formt bzw. radikalisiert Diskurse zu gesellschaftpolitischen Fragestellungen. Es ist die Sprache des besorgten Bürgers.
Die Sprache der besorgten Bürger, die sich solch seltsamer Begriffe wie „Deutschland GmbH“, „Ficki-Ficki-Fachkräfte“, „Schuldkult“ oder „Merkeldikatur“ bedient, ist bizarr, manchmal witzig und oft gefährlich. Rhetorische Zumutungen und dreiste Umdeutungen sind unter der Glocke von PEGIDA und AfD Mode. Hier entsteht ein Zerrbild, in dem Deutsche umstandslos Opfer sind und die Welt sich gegen „das Volk“ verschworen hat.

Die Veranstaltung nimmt die Sprache der Besorgten aufs Korn: von den so beliebten Ausrufezeichen bis zu „Volksverdünner“.

Es referieren: Nancy Grochol (Sprachwissenschaftlerin, Lektorin) und Robert Feustel (Politikwissenschaftler), zusammen schrieben sie „Das Wörterbuch des besorgten Bürgers“

Moderation: Fabian Kunow

Death in Custody – Erinnert mit uns gemeinsam an Hussam Fadl!

English below-----
am 27.9.2019, 20 Uhr im k-fetisch
Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt lädt ein zur
Auftaktveranstaltung Death in Custody – Erinnert mit uns gemeinsam!

Vor drei Jahren, am 27.09.2016 wurde Hussam Fadl von der Berliner Polizei von hinten erschossen. An seinem Todestag erinnern wir an ihn und die vielen weiteren Tode in Deutschland durch rassistische Polizeigewalt. Außerdem stellen wir unsere neue Kampagne Death in Custody vor. Die Kampagne wurde durch verschiedene antirassitischer Initiativen ins Leben gerufen, um auf tödliche rassistische Polizeigewalt aufmerksam zu machen, Druck zu auszuüben und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
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27.09.2019, 8pm k-fetisch
Join us for the kick-off event ‚Death in Custody‘ and to remember Hussam Fadl!

3 years ago on 27.09.2016 Hussam Fadl was fatally shot from behind by the Berlin police. On the anniversary of his death we remember him and the many other deaths in Germany as the result of racist police violence.
This day also marks the kick-off of our new campaign ‘Death in Custody’. This campaign has been launched by several anti-racist initiatives, in order to raise awareness of lethal racist police violence, to put pressure on the authorities, and to bring those responsible to accountability.

Join us for the kick-off event ‘Death in Custody’ and to remember Hussam Fadl!

It will take place in German, English translation can be organized

Pia Klemp, Kapitänin und Aktivistin, liest aus ihrem Roman »Lass uns mit den Toten tanzen«

Am Dienstag, 10.9. um 20 Uhr im k-fetisch
Buchpräsentation und anschließende Diskussion

Pia Klemp, Kapitänin und Aktivistin, liest aus ihrem Roman »Lass uns mit den Toten tanzen«, MaroVerlag 2019

Zum Buch:
Eine Kapitänin sticht mit einer Crew aus Hippies, Punks und Welt­verbesserern in See, da tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken, die Zuflucht in Europa suchen. Die Crew kann nicht akzeptieren, dass die EU-Staaten die Seenotrettung eingestellt haben und die Menschen wissentlich sterben lassen. Sie orientiert sich uneinge­schränkt an der Einhaltung der universellen Menschenrechte. Als ihre Rettungseinsätze sabotiert und kriminalisiert werden, nimmt das abgekartete politische Spiel neue Dimensionen an.
Die Sicht der Kapitänin entlarvt, wie die europäische Politik ihre selbst propagierten Werte verrät. Sie kämpft rigoros gegen die Verbrechen des herrschenden Systems und hadert mit Fluch und Segen ihrer eigenen Freiheit. Nur der eigene Aufstand bietet Hoffnung, den eigenen Überzeugungen gerecht zu werden. Der Roman zeigt schonungslos, wie die Zweifel an einer Gesellschaft steigen, die millionenfaches Leid mental und politisch auf größtmögliche Distanz zu halten versucht.

Eine brachiale Feier von zivilem Ungehorsam, Alkohol, Freundschaften, Roman­zen und eine brennende Liebeserklärung an den Kampf für eine gerechte Welt.

PIA KLEMP, Aktivistin, geboren 1983, studierte Biologie und ­arbeitete mehrere Jahre als Tauchlehrerin in Indonesien. Neben ­verschiedenen ­anderen Projekten ist die Kapitänin seit 2012 für Tier- und Menschenrechte an Bord der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd und bei zivilen Rettungsmis­­sio­nen im Mittelmeer unterwegs. 2017 wurde eines ihrer Schiffe – die Iuventa – beschlagnahmt. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Pia Klemp und weitere Crewmitglieder wegen »Beihilfe zur illegalen ­Einwanderung«. 2019 wurde sie mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis ausgezeichnet.

Mehr zum Buch: http://maro-v.de/piaklemp
1 Euro pro verkauftem Buch wird an Sea-Watch e.V. gespendet.

Aufstand oder Aussterben? Ein Vortrag über die Klimakrise, ökologischen Kollaps undzivilen Ungehorsam

am Mittwoch 4.September, 20 Uhr im k-fetisch

Ein Vortrag der Umwelt- und Klimagerechtigkeitsbewegung Extinction Rebellion:
Aufstand oder Aussterben? Über die Klimakatastrophe, ökologischen Kollaps und zivilen Ungehorsam.

Wenn sich Politik und Wirtschaft nicht in kürzester Zeit drastisch verändern, steuert die Erde auf eine katastrophale Erwärmung von mehr als drei Grad Celsius zu, die nicht nur Tod, Armut und Elend für hunderte Millionen Menschen und Tiere bedeutet, sondern unsere ganze Zivilisation bedroht. Das sechste große Artensterben ist bereits im vollem Gange. In der Lebenszeit heutiger junger Menschen könnten wir die Vernichtung fast aller Ökosysteme erleben.

Um das zu verhindern reichen kleine Konsumveränderungen nicht aus: Wir müssen Grundprinzipien unserer Gesellschaft hinterfragen. Unsere Regierung ist weit davon entfernt, die nötigen Schritte zu unternehmen. Es ist daher Zeit für eine massenhafte, gewaltfreie Rebellion. Die Bewegung „Extinction Rebellion“ (XR) hat im Herbst 2018 mit beeindruckenden Aktionen in Großbritannien angefangen. Seitdem haben sich international (und auch hier in Deutschland) hunderte Ortsgruppen von XR gebildet und die internationale Rebellion für das Sicherstellen einer lebenswerten Zukunft ausgerufen.

In diesem Rahmen wurden beispielsweise die Oberbaumbrücke in Berlin besetzt (http://www.taz.de/Klimaaktivistin-ueber-Extinction-Rebellion/!5587023/), durch einen Fahrradprotest der Flughafen Tegel blockiert (https://www.sueddeutsche.de/politik/berlin-rebellion-mit-dem-fahrrad-1.4463165) und in London die gesamte Stadt für 10 Tage lahmgelegt (https://www.zeit.de/politik/2019-04/extinction-rebellion-klimaproteste-london-festnahmen).

Ab dem 07. Oktober geht es weiter, mit der nächsten international koordinierten Welle friedlichen zivilen Ungehorsams für eine lebenswerte Zukunft! Also kommt zum Vortrag, informiert euch und schließt euch der Rebellion an.

Ablauf der Veranstaltung:
* Vortrag von Mitgliedern der Berliner XR-Gruppe zur aktuellen Lage bezüglich der globalen Umweltkrisen und zur Strategie von Extinction Rebellion
* Vorstellung der Berliner Gruppe und Möglichkeiten sich einzubringen
* Eure Fragen, Diskussion und Vernetzung

Der Eintritt ist frei.

Hausgemeinschaft „WildeWeser“ und k-fetisch bleiben! Protest-Straßenfest vor unserem Haus

morgen 30.8. 17-20 Uhr // Wildenbruchstr./Weserstr.

Bringt Klappstühle und -tische mit, was zu Essen, Kind und Kegel, Straßenmalkreide und was euch sonst noch einfällt. Es wird Musik und Redebeiträge geben!

Unser Haus (Wildenbruchstr. 85/86 und Weserstr. 164) wurde verkauft.

Die Hausgemeinschaft sorgt sich vor Mieterhöhungen und Verdrängung.

Der Weiterbestand des k-fetisch, sowie der anderen Gewerberäume im Haus
sind konkret gefährdet.

Mit einem Protest-Straßenfest von 17-20 Uhr auf der Kreuzung vor unserem
Haus werden wir in die Öffentlichkeit gehen. Bringt Klappstühle und
-tische mit, vielleicht was zu Essen, Kind und Kegel, Straßenmalkreide
und was euch sonst noch einfällt. Es wird Musik und Redebeiträge geben.

Der neue Besitzer unseres Hauses heißt Akelius. Das ist eins der
europaweit größten Immobilienfirmen. Beim Kauf gibt es ein zusätzliches
Problem: Akelius nutzte dafür eine Konstruktion von Firmen und
Unterfirmen – das heißt dann Umfirmung. Eigentlich gibt es politische
Instrumente, um Mieterinnen und Mieter bei Hausverkäufen vor
Mieterhöhungen und der damit einhergehenden Verdrängung aus den Kiezen
in der Innenstadt zu schützen. Das heißt dann Milieuschutz und
städtisches Vorkaufsrecht. Doch beim Kauf von Akelius und der Umfirmung
wird dieser Schutz umgangen. Nun sagt der Bezirk, er könne uns nicht
helfen.

Wir machen uns Sorgen: Gerade erst wurden die Praktiken von Akelius in
der Presse als „radikale Profitmaximierung“ öffentlich gemacht:
Hochpreisige Neuvermietung nach Modernisierungen sind das zentrale
Geschäftsmodell von Akelius, dabei wird gezielt die Mietpreisbremse
umgangen, einem weiteren politischen Instrument, das die Mieterinnen und
Mieter schützen soll.

Wir fordern den Bezirk Neukölln und den Berliner Senat dazu auf, ihre
Aufgabe, die Interessen der Mieterinnen und Mieter zu schützen ernst zu
nehmen.

Wir fordern das Vorkaufsrecht der Stadt ein – auch für unser Haus –
auch gegen die undurchsichtigen Geschäftspraktiken von Akelius.

Wir hoffen auf eine große öffentliche Unterstützung, denn es betrifft
nicht nur uns, sondern die ganze Stadt.

Schließt euch zusammen – Wir laden alle ein, mit uns zu kämpfen!