Recht auf Trauer. Bestattungen aus machtkritischer Perspektive

Mittwoch//13.09.17//20.00

Recht auf Trauer. Bestattungen aus machtkritischer Perspektive

Die Bestattungspraxis in Deutschland ist von Machtverhältnissen, insbesondere von Klassismus und Heteronormativität, geprägt. Aktuell werden immer mehr arme und marginalisierte Menschen in Deutschland, für die keine Zugehörigen die Bestattungspflicht wahrnehmen (können), ohne Grabstein und Namen, ohne Trauerfeiern und Blumenschmuck von Gesundheits- und Ordnungsämtern anonym bestattet. Teilweise, wie z.B. in dem Berliner Bezirk Neukölln, finden die ordnungsbehördlichen Bestattungen monatlich als Sammelbeerdigung im Minutentakt statt. Oft wurden diese Menschen schon zu Lebzeiten durch Klassismus, Rassismus und psychosoziale Normalitätsvorstellungen marginalisiert und gesellschaftlich ausgegrenzt.
In dem Vortrag zeigt Francis Seeck den Zusammenhang zwischen Machtverhältnissen und Beerdigungspraktiken auf. Es geht außerdem um widerständige Praktiken auf der Friedhofswiese, sei es durch Trauergäste, Aktivist*innen und Mitarbeiter*innen – ganz im Sinne von „Rest in protest!“. Und wie könnten queer-feministische Visionen für Trauer- und Bestattungen aussehen?

Zur Referent*in:
Francis Seeck ist eine genderqueere Autor*in, Doktorand*in, Antidiskriminierungstrainer*in und Spoken Word Künstler*in. In der Dissertation beschäftigt sich Francis mit kollektiven (Self-)Care Praktiken innerhalb von trans* und nicht-binärem Aktivismus zwischen Empowerment und Neoliberalisierung.

Aktuelle Veröffentlichung: Seeck, Francis (2017): Recht auf Trauer. Bestattungen aus machtkritischer Perspektive. Münster: Edition Assemblage.

Rostock-Lichtenhagen als antiziganistisches Pogrom.

donnerstag // 31.08 // 19:30 uhr

’ … und du wirst sehen, die Leute, die hier wohnen, werden aus den Fenstern schauen und Beifall klatschen.’

Rostock-Lichtenhagen als antiziganistisches Pogrom und konformistische Revolte

Die antiziganistische Dimension des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen bleibt in Rückschau und Analyse häufig unterbelichtet, sowohl in Bezug auf den Mob auf der Straße als auch in Bezug auf die Legitimation der Abschaffung des Asylrechts.
Im Vortrag soll diese Dimension eingehender beleuchtet und auf ihre Funktion hin analysiert werden.

Die Veranstaltung findet als Teil der bundesweiten Veranstaltungsreihe des Bündnisses “Irgendwo in Deutschland” statt.
Alle Veranstaltungen und Aufruf: irgendwoindeutschland.org

Discussion with Abortion Support Network founder Mara Klein Clarke

thursday // 24.08 // 8 pm:

mit Fluesteruebersetzung von Englisch ins Deutsch:

Mara Klein Clarke of Abortion Support Network visits Berlin in August and so we are using the opportunity to learn more about the work she and the rest of ASN do, helping those most affected
by Ireland’s abortion ban. After we hear from her we will have an open (non-panel) discussion with abortion rights activists from many different countries, including Poland and Malta, and yourselves!

https://www.asn.org.uk/

Kneipenquiz „Menschenrechte an Europas Grenzen“

dienstag // 15.08 // 20:00 uhr

„Warum bringt ihr die Geretteten nicht nach Libyen zurück?“
„Arbeitet ihr mit Schleppern zusammen?“
Solche Fragen werden uns oft gestellt – es ist Zeit, den Spieß umzudrehen. Wir fragen Euch, wie viel ihr über Menschenrechte an Europas Grenzen wisst.

Kommt vorbei und diskutiert beim Pubquiz im k-fetisch mit Sea-Watch Aktivist*innen über die aktuelle Lage im Mittelmeer und die Arbeit der Seenotrettung! Special Guest ist diesmal die Crew von mimycri, die in Berlin aus Fluchtbooten trendige Taschen näht.

Eintritt frei, es gibt neben exklusiven Einsichten auch Preise zu gewinnen… und danach ist noch Zeit für ein gemeinsames Bier! Wir freuen uns auf einen tollen Abend mit Euch!

PS: So viel schonmal vorweg: Wir arbeiten nicht mit Schleppern zusammen… Es lohnt sich, nochmal einen Blick in die Palermo-Protokolle und in die Genfer Flüchtlingskonvention zu werfen.

Antivietnamesischer Rassismus in BRD und DDR. Geschichte und Kontinuitäten.

donnerstag // 10.08 // 19:30 uhr

Rostock-Lichtenhagen steht als Symbol für die rassistische Stimmung der 1990er-Jahre, die geprägt und beeinflusst waren vom nationalistischen Taumel der Nachwendezeit sowie von einem verschwiegenen Rassismus und etablierten Nazistrukturen in der DDR. Anlässlich des 25. Jahrestags des Pogroms wollen wir im Gespräch mit Angelika Nguyen und Dan Thy Nguyễn die Geschichte des Rassismus gegenüber vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen in der DDR und gegenüber boat people in der BRD sowie die Situation in den Jahren nach 1989/90 genauer betrachten. Gleichzeitig geht es um die Frage wie sich dieser Rassismus in der Gegenwart ausdrückt und welche Kontinuitäten und Brüche sich feststellen lassen.

Das Podiumsgespräch findet als Teil der bundesweiten Veranstaltungsreihe des Bündnisses Irgendwo in Deutschland statt. Weitere Veranstaltungen und Aufruf: irgendwoindeutschland.org