Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Trigger Warnung. Identitätspolitik zwischen Abwehr, Abschottung und Allianzen.

Jungle World präsentiert nächsten Donnerstag 22.8./ 20 Uhr / im k-fetisch

Trigger Warnung. Identitätspolitik zwischen Abwehr, Abschottung und Allianzen. (Verbrecher Verlag)

Podiumsdiskussion mit Eva Berendsen (Herausgeberin) und Andreas Rüttenauer und Bettina Wilpert (Autor*innen).

Moderation: Irene Eidinger (Jungle World)

Identitätspolitik steckt in der Sackgasse: Empowerment wird auf Gender-Sternchen und die Vermeidung des N-Worts verkürzt. Überall sollen Minderheiten vor möglichen Verletzungen geschützt werden – in Uniseminaren, Kunst und Mode, im Netz und bei öffentlichen Events. Für alle, die Politik nicht mit eigener Betroffenheit belegen, schließt sich die Debatte. Wer mit der anspruchsvollen Pflichtlektüre nicht hinterherkommt, ist raus. Die solidarische Kritik an diesen Exzessen wird zum Dilemma in einer Zeit, in der Rechte gegen Unisextoiletten und die »Ehe für alle« hetzen – und Linke darin »Pipi fax« oder den Aufstieg von Trump begründet sehen. Zwischen Abwehr und Abschottung richtet der Band den Blick auf die Fallstricke der Identitätspolitik und sucht nach Allianzen jenseits von Schuldzuweisungen und Opferkonkurrenz.

Mit Beiträgen von Markus Brunner, Charlotte Busch, Eva Berendsen, Saba-Nur Cheema, Sarah Elsuni, János Erkens, Leo Fischer, Lena Gorelik, Deborah Krieg, Stefanie Lohaus, Sama Maani, Meron Mendel, Hadija Haruna-Oelker, Massimo Perinelli, Andreas Rüttenauer, Hilal Sezgin, Gadi Taub, Tom Uhlig, Céline Wendelgaß, Bettina Wilpert und Hengameh Yaghoobifarah.

Buchpremiere „Frauen*rechte und Frauen*hass“. Antifeminismus und die Ethnitisierung von Gewalt

Nächsten Donnerstag, 15. August 2019, 20 Uhr im k-fetisch

Antifeminismus will die Errungenschaften der (queer)feministischen Bewegungen zurückdrehen: durch Begriffsumdeutungen, durch Angriffe auf reproduktive Rechte, Ressourcen und Gleichstellungsmaßnahmen. Das gemeinsame Feindbild vereint Akteur*innen unterschiedlicher politischer Spektren, von der extremen Rechten über Konservative bis hin zur vermeintlichen gesellschaftlichen Mitte. Sie treffen sich in einer Ideologie von Frauen*hass, Homo-, Inter*- und Trans*feindlichkeit, dem Wunsch nach einer binären patriarchalen Geschlechterordnung und einer Männlichkeit, die gemeinhin als »toxisch« bezeichnet wird. Dieser Glaube an die männliche Vorherrschaft stellt die Grundlage für Beziehungsgewalt, sexualisierte Gewalt, Femizide und antifeministischen Terrorismus dar. Antifeminismus ist nicht nur gefährlich, sondern kann auch tödlich sein.

Paradoxerweise hat die antifeministische Rechte »Frauenrechte« für sich entdeckt, vor allem dort, wo die »weiße Frau als Opfer« eine neue, doch zugleich altbekannte, Mobilisierungskraft entfalten kann: in Kandel, Chemnitz, Wien oder Berlin. Eine antifaschistische Kritik, die diese rassistischen Frauenrechtskämpfe als reine Instrumentalisierung abtut, verkennt allerdings, dass das Engagement rechter Frauen* für »Frauenrechte« für diese auch als Akt der Selbstermächtigung funktioniert – der jedoch antifeministisch bleibt.

Dagegen stellt dieses Buch einen Feminismus, der die Fundamente der patriarchalen Ordnung hinterfragt, der Männlichkeit nicht heilen will und der grundlegend antifaschistisch ist.

Kampagne Outsourcing & Befristungen verbieten

Präsentiert von Cinéma Klassenkampf
Mittwoch, 7. August 2019, 20:00 im k-fetisch

In Berlin kämpfen seit Jahren mehrere Belegschaften gegen Outsourcing und Befristung. Nun haben sie sich in der „Kampagne Outsourcing und Befristungen verbieten“ zusammengeschlossen Es geht insbesondere, aber nicht nur, um Unternehmen im Verantwortungsbereich des Landes Berlin. Berlin hat ca. 60 Tochterunternehmen aus landeseigenen Unternehmen wie u.a. der Charité oder Vivantes ausgegründet, um die unteren Lohngruppen nicht nach Tarif bezahlen zu müssen. – Diese Kolleg_innen (in den Krankenhäusern sind es z.B. Therapeut_innen, Logistiker oder das Reinigungspersonal) verdienen für dieselbe Arbeit einige hundert Euro weniger im Monat als ihre beim Mutterunternehmen direkt angestellten Kolleg_innen.

„Auslagerung und Befristung sind zwei der wichtigsten Mittel, mit denen unsere Löhne gedrückt und unser Widerstand dagegen geschwächt werden. Mit dem Outsourcing in künstliche getrennte Tochterfirmen werden wir zu Beschäftigten zweiter Klasse, die keinen Anspruch mehr auf gleiche Bezahlung haben. Und mittels ständiger Befristung unserer Verträge wird nicht nur der Kündigungsschutz ausgehebelt, es wird auch dafür gesorgt, dass viele sich nicht gegen die schlechten Löhne wehren. Denn sonst ist klar, wer nicht mehr verlängert wird.

Dieses Prinzip ist nicht nur im privaten Sektor beliebt, es macht auch vor öffentlichen Einrichtungen keinen halt – ganz im Gegenteil: Etwa 60 ausgelagerte Tochterfirmen gibt es allein bei Berliner Landesbetrieben. Statt der üblichen Tarifverträge im öffentlichen Dienst, gibt es also an Krankenhäusern, Flughäfen und Unis plötzlich individuell ausgehandelte Verträge mit Bezahlung „nach Nase“ oder den Abschluss von Haustarifen, die deutlich unter dem Niveau des „Mutterbetriebs“ liegen.“ (aus dem Aufruf zur Unterschriftensammlung der Kampagne)

Einzelne Belegschaften wie die vom Botanischen Garten und der CPPZ (Therapeutinnen in der Charité) haben sich wieder in das Mutterunternehmen zurückgekämpft, andere versuchen das seit Jahren relativ erfolglos (z.B. die Beschäftigten der Vivantes Service GmbH VSG und der Charité Facility Management CFM).

Die Kampagne möchte alle diese Kämpfe zusammenbringen, sodass eben nicht jede Belegschaft für sich selber immer aufs Neue den gleichen Kampf führen muss.

Wir zeigen Videos zu aktuellen Kämpfen in Berlin und es werden Beschäftigte der FU Berlin und der BVG, sowie Vertreter_innen der Kampagne anwesend sein, um zu berichten.

Teil der Kampagne sind
ver.di aktiv – Basisgewerkschaftsgruppe
Organize:strike
Solidarity with Workers of Wombat’s Hostel Berlin
Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht

Algiers-Paris und zurück Univeralismus und Identitätspolitik in der postkolonialen Situation Eine Diskussion mit Nedjib Sidi Moussa (Paris)

Wo es früher um Immigration und Klassenlage ging, um nordafrikanische oder eingewanderte Arbeiter, ist heute in Frankreich ganz selbstverständlich von „Muslimen“ die Rede. Staatliche Institutionen, islamische Vereinigungen und auch Teile der Linken haben dazu beigetragen, die soziale Frage zu verdrängen und Leuten ein religiöses Label zu verpassen, auch wenn sie vielleicht noch nie eine Moschee von innen gesehen haben.

Gegen diesen Trend hat Nedjib Sidi Moussa in seinem Essay über die „Muslimfabrik“ Stellung bezogen, der in Frankreich lebhafte Kontroversen ausgelöst hat und inzwischen auch auf Deutsch vorliegt. Besonders die Rolle von Linken, die im Namen des Kampfs gegen „die Islamophobie“ Bündnisse mit reaktionären Klerikern schließen, findet dabei Beachtung.

Gegenläufig zu dieser identitätspolitischen Wende stehen die jüngsten Kämpfe für Brot und Freiheit in Algerien, die Moussa an Ort und Stelle beobachtet und ausführlich kommentiert hat. Auch sie sollen an diesem Abend Thema sein.

Eine Veranstaltung der Jungle World.

Moderation: Bernd Beier

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Dienstag, 30. Juli 2019, 20 Uhr
K-Fetisch

Algiers-Paris und zurück. Univeralismus und Identitätspolitik in der postkolonialen Situation. Eine Diskussion mit Nedjib Sidi Moussa (Paris)

Dienstag // 30.07. // 20.00

Wo es früher um Immigration und Klassenlage ging, um nordafrikanische oder eingewanderte Arbeiter, ist heute in Frankreich ganz selbstverständlich von „Muslimen“ die Rede. Staatliche Institutionen, islamische Vereinigungen und auch Teile der Linken haben dazu beigetragen, die soziale Frage zu verdrängen und Leuten ein religiöses Label zu verpassen, auch wenn sie vielleicht noch nie eine Moschee von innen gesehen haben.

Gegen diesen Trend hat Nedjib Sidi Moussa in seinem Essay über die „Muslimfabrik“ Stellung bezogen, der in Frankreich lebhafte Kontroversen ausgelöst hat und inzwischen auch auf Deutsch vorliegt. Besonders die Rolle von Linken, die im Namen des Kampfs gegen „die Islamophobie“ Bündnisse mit reaktionären Klerikern schließen, findet dabei Beachtung.

Gegenläufig zu dieser identitätspolitischen Wende stehen die jüngsten Kämpfe für Brot und Freiheit in Algerien, die Moussa an Ort und Stelle beobachtet und ausführlich kommentiert hat. Auch sie sollen an diesem Abend Thema sein.

Eine Veranstaltung der Jungle World.

Moderation: Bernd Beier

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Dienstag, 30. Juli 2019, 20 Uhr
K-Fetisch