Archiv für April 2017

Unbequeme Opfer? „BerufsverbrecherInnen“ als KZ-Häftlinge zwischen Ignoranz und Diffamierung

Dienstag // 25.04. // 20.00 uhr

Zwischen 1933 und 1945 wurden mehrere Zehntausend Menschen – in erster Linie so genannte „Reichsdeutsche“ – von der Kriminalpolizei unter dem Titel „polizeiliche Vorbeugungshaft“ in Konzentrationslager eingewiesen, wo sie den „grünen Winkel“ der „BerufsverbrecherInnen“ tragen mussten. Als Opfergruppe werden sie trotz dieser hohen Zahl weitgehend ignoriert. Sie waren und sind bis heute in Deutschland und Österreich nicht nur von der materiellen Entschädigung quasi ausgeschlossen, sondern mit ihren Verfolgungsgeschichten auch kein Bestandteil der Erinnerungskulturen.
Dagmar Lieske und Sylvia Köchl gehören zu den ersten ForscherInnen, die sich intensiv mit „BerufsverbrecherInnen“ auseinandergesetzt haben. Anhand von biografischen Beispielen aus den KZ Sachsenhausen (Männer) und Ravensbrück (Frauen) stellen sie die Verfolgungsstruktur durch die nationalsozialistische Kripo vor, weisen auf geschlechtsspezifische Unterschiede hin und gehen auch auf die Diffamierungen ein, denen Überlebende aus dieser KZ-Opfergruppe in Deutschland und Österreich nach der Befreiung ausgesetzt waren.

Diskussion mit Dagmar Lieske (Berlin) und Sylvia Köchl (Wien)

Dagmar Lieske ist Autorin des Buches „Unbequeme Opfer?
‚Berufsverbrecher‘ als Häftlinge im KZ Sachsenhausen“ (Metropol-Verlag 2016), in dem sie sowohl die Haftwege als auch die Situation von als „Berufsverbrechern“ Verfolgte in der Häftlingsgesellschaft gezeichnet hat. Sie lebt in Berlin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeitern in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen sowie als Lehrbeauftragte an der FU Berlin.

Sylvia Köchl ist Autorin des Buches „‚Das Bedürfnis nach gerechter Sühne‘. Wege von ‚Berufsverbrecherinnen‘ in das Konzentrationslager Ravensbrück (Mandelbaum Verlag, Wien 2016), in dem es v.a. um die rekonstruierten Biografien von acht österreichischen „Berufsverbrecherinnen“ – Diebinnen und Abtreiberinnen – geht. Sie ist Aktivistin der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen und lebt in Wien.

Eine Veranstaltung in gemeinsamer Organisation und Vorbereitung mit dem Mandelbaum-Verlag, dem K-Fetisch und dem Buchladen Schwankende Weltkugel.

Is Fascism a Threat Again?

donnerstag // 13.04 // 20:00 uhr

Is Fascism a Threat Again?

Feuerleger und Schreibtischtäter, Nazschlägerinnen und identitäre Hetzer, populistische Twitterköniginnen und aggresive Frauenschützer – angepeitscht von Höcke, Erdogan, Hofer, LePen, Wilders und Trump. Das ist doch Faschismus! Oder?

Lassen sich bei den aktuellen rechten Bewegungen Bezüge zu einem historischen Faschismus herstellen? Und wenn ja, was bedeutet das? Ermöglicht eine Analyse der Geschichte von Faschismus eine Vorhersage politischer Entwicklungen?

Mit Unterstützung der Referent*innen Natascha Strobl (Wien) und Klaus Weber (München) wollen wir verstehen, was FASCHISMUS ist.

eine Veranstaltung von AZE (Andere Zustände Ermöglichen)

Working for women`s rights and female soccer structures in Asia

thursday // 06.04. // 8 pm

The fact that Papua New Guinea hosted FIFA’s U20 Women’s World Cup recently is a great chance for women’s football in the region. But not everyone is happy to see a Women’s World Cup in this country due to safety concerns. How is the situation for women and women’s football in South East Asia more generally? Will this event contribute to bringing more attention to women’s football? How can women’s football be used to fight for women’s and girls’ rights? Panel discussion with soccer players, coaches and activists from Papua New Guinea, India, Thailand, Bhutan, Cambodia, Nepal, Korea and Vietnam.
Moderation: Ines Pohl, Chief Editor Deutsche Welle
The women are participants of a one week conference to the topic, hosted by the NGO DISCOVER FOOTBALL.
www.discoverfootball.de