Archiv für November 2015

kitchen politics bookrelease: „Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit.

Donnerstag // 19.11. // 20.00

Bookrelease: „Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit. Biotechnologion und Familie im 21.Jahrhundert“

Gesprächsrunde mit **Kitchen Politics** und den Gästen **Matthias Vernaldi** (Sexybilities -Sexualität und Behinderung) und **Uta Wagenmann** (Genethisches Netzwerk) zur politischen Kontextualisierung reproduktiver Technologien und der damit verknüpften Norm(alis)ierung von Lebensformen.

Band 3 der Reihe kitchen politics: „Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit“ ist eine feministisch und marxistisch inspirierte Analyse des globalen Marktes für Reproduktionstechnologien von den australischen Autorinnen Melinda Cooper und Catherine Waldby. Felicita Reuschling und Susanne Schultz von Kitchen Politics diskutieren, wie politische Kämpfe innerhalb und jenseits von Arbeitsverhältnissen aussehen könnten, beziehen die aktuelle deutsche Gemengelage mit ein und reflektieren, welche Auswirkungen der kapitalistische Realismus auf die Lebbarkeit utopischer Lebensformen hat.

Filmscreening: „Geschenkt wurde uns nichts“ – Die Geschichte einer italienischen Partisanin

Dienstag // 10.11. // 20.00

Annita Malavasi war 22 Jahre alt, als deutsche Truppen 1943 das bis dato verbündete Italien besetzten. Als Partisanin „Laila“ überbrachte sie Informationen, transportierte Waffen, bewegte sich mit und zwischen den kämpfenden Einheiten und nahm selbst an Gefechten teil. Über ein Jahr war sie in den Bergen des Apennin und kämpfte gegen die deutschen Besatzer. Gleichzeitig musste sie sich gegenüber den Männern in den Bergdörfern behaupten. Gegen Kriegsende gehörte Laila zu den wenigen weiblichen Kommandierenden im italienischen Widerstand.

Der Film erzählt die Geschichte einer lebenslangen Emanzipation, die mit dem Befreiungskampf gegen den Faschismus begann. Laila und zwei ihrer Genossinnen,Gina „Sonia“ Moncigoli und Pierina „Iva“ Bonilauri, berichten von ihrer Zeit in der Resistenza und ihrer Bedeutung für sie und viele andere Frauen.

1968 in Belgrad. Linksopposition im sozialistischen Jugoslawien

Mittwoch // 04.11. // 20.00

Im Juni 1968 demonstrierten die Belgrader Studierenden und viele ihrer ProfessorInnen für Freiheit und soziale Gerechtigkeit im Sozialismus. Die von ihnen besetzte Hochschule benannten sie in »Rote Universität Karl Marx« um. Der Streik erschütterte für einen Moment die jugoslawische Gesellschaft. Tito und der innerste Führungszirkel des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens erwogen einen repressiven Militäreinsatz, fürchteten aber, dass dieser nur Öl ins Feuer gießen könnte. Die Proteste in Jugoslawien zeichneten sich durch eine wahrscheinlich einmalige Spezifik aus. Denn die Bewegung richtete sich nicht frontal gegen das herrschende System. Im Gegenteil: Ihre subversive Sprengkraft bestand in der kategorischen Forderung, die Versprechungen der jugoslawischen Kommunisten auf eine radikaldemokratische (Arbeiter)-Selbstverwaltung und einen »Dritten Weg« jenseits von Stalinismus und Kapitalismus tatsächlich in die Praxis umzusetzen. Dabei integrierte sie Elemente des globalen 1968 aus Ost und West.

Referent: Boris Kanzleiter (er leitet das Regionalbüro der Rosa Luxemburg Stiftung für Südost-Europa in Belgrad, als Historiker, Journalist und Sachbuchautor veröffentlichte er vor allem zur Geschichte und Gegenwart des ehemaligen Jugoslawiens, der Vortrag basiert auf seiner Promotion: Die »Rote Universität«. Studentenbewegung und Linksopposition in Belgrad 1964-1975, VSA-Verlag, Hamburg 2011.

Moderation: Mara Puskarevic (Kampagne SolidarnOST)