Keine Atempause, Gedächtnis wird gemacht… NS-Vergangenheit und bundesrepublikanische Geschichtspolitik

Donnerstag // 28.05. // 20.00

Musste ein öffentliches Gedächtnis an die NS-Verbrechen in der alten Bundesrepublik von Überlebenden, linken Aktivist/innen und Graswurzelinitiativen gegen massive gesellschaftliche Widerstände erkämpft werden, herrscht seit den 1990er Jahren ein breiter, auch staatlich geförderter Erinnerungskonsens. Das offensive Bekenntnis zu negativer Vergangenheit und eine repräsentative Gedenkstättenlandschaft sind dabei Teil einer nationalen Läuterungs- und Überwindungserzählung geworden, die von erfolgreichem ‚Lernen aus der Geschichte‘ und einer alternativlosen Gegenwart kündet.

In einem einleitenden Vortrag soll diese diskursive Entwicklung noch einmal nachvollzogen werden. In der anschließenden Diskussion wollen wir unter anderem danach fragen, welche Rolle die bundesrepublikanische Linke in diesem Prozess gespielt hat und wie eine kritisch-emanzipatorische Gedächtnisarbeit unter den gegenwärtigen geschichtspolitischen Bedingungen aussehen könnte.

Cornelia Siebeck forscht, schreibt und lehrt zu gedächtnispolitischen und -kulturellen Themen.

Jonas Kühne engagiert sich im Bereich der historisch-politischen Bildungsarbeit und schließt gerade sein Geschichtsstudium ab.

Weitere Termine der Veranstaltungsreihe zum Tag der Befreiung Neukoellns unter:

befreiungneukoelln.blogsport.de