Archiv für Mai 2015

Jayrôme Robinet präsentiert “Das Licht ist weder gerecht noch ungerecht”

Auftaktveranstaltung der „linken Buchtage“

dienstag // 02.06. // 20.00

welche ausdrucksformen gibt es für das kurze glück und die lange grundsätzliche verzweiflung, für identitäten, die angeboten werden und doch immer nicht stimmen, für das schweigen als erstsprache, für die wut über trans-diskriminierungen und für die liebe, die nicht ein gefühl ist, sondern ein umgehen mit menschen?

jayrôme c. robinet, bekannt als spoken word künstler, vereint in „Das Licht ist weder gerecht noch ungerecht“ mehrere genres: theatermonolog trifft auf spoken word, kurzgeschichte auf lyrische prosa, geschriebenes auf gesprochenes.

humorvoll und scharfsinnig tritt jayrôme in den dialog mit welt, um nichts geringeres als „die Fallhöhe von Wort zu Wahrheit zu verringern“. seine sprache weckt neue bilder, kombiniert sanftes mit rasantem und eröffnet durch kleine verschiebungen des ausdrucks neue perspektiven.

jayrôme c. robinet selbst performen zu hören, reißt mit und hallt lange nach – ist erlebnis und muss zugleich. komplettiert wird der band daher durch eine audio-cd mit vom autor gesprochenen textpassagen des buches sowie live-aufnahmen einiger spoken word beiträge.

Keine Atempause, Gedächtnis wird gemacht… NS-Vergangenheit und bundesrepublikanische Geschichtspolitik

Donnerstag // 28.05. // 20.00

Musste ein öffentliches Gedächtnis an die NS-Verbrechen in der alten Bundesrepublik von Überlebenden, linken Aktivist/innen und Graswurzelinitiativen gegen massive gesellschaftliche Widerstände erkämpft werden, herrscht seit den 1990er Jahren ein breiter, auch staatlich geförderter Erinnerungskonsens. Das offensive Bekenntnis zu negativer Vergangenheit und eine repräsentative Gedenkstättenlandschaft sind dabei Teil einer nationalen Läuterungs- und Überwindungserzählung geworden, die von erfolgreichem ‚Lernen aus der Geschichte‘ und einer alternativlosen Gegenwart kündet.

In einem einleitenden Vortrag soll diese diskursive Entwicklung noch einmal nachvollzogen werden. In der anschließenden Diskussion wollen wir unter anderem danach fragen, welche Rolle die bundesrepublikanische Linke in diesem Prozess gespielt hat und wie eine kritisch-emanzipatorische Gedächtnisarbeit unter den gegenwärtigen geschichtspolitischen Bedingungen aussehen könnte.

Cornelia Siebeck forscht, schreibt und lehrt zu gedächtnispolitischen und -kulturellen Themen.

Jonas Kühne engagiert sich im Bereich der historisch-politischen Bildungsarbeit und schließt gerade sein Geschichtsstudium ab.

Weitere Termine der Veranstaltungsreihe zum Tag der Befreiung Neukoellns unter:

befreiungneukoelln.blogsport.de

Gefährliche Bettgenossinnen. Filmschnipsel zu queeren Klassenkämpfen

Mittwoch // 6.5. // 20h

Die Anfänge der linken Lesben- und Schwulenbewegungen in Deutschland und Frankreich waren in den 1970er Jahren von dem Versuch bestimmt, Lesben und Schwule analog zur marxistischen Klassentheorie als revolutionäres politisches Subjekt zu denken. Die Spaltungen in radikale und bürgerliche Homos sowie das uneingelöste Versprechen auf ein revolutionäres sexuelles Subjekt suchen bis heute queerfeministische Kämpfe heim.

Wir schauen und diskutieren Fimszenen, die vom Versuch und seinem Scheitern handeln, Lesben, Schwule und Queers als Klassensubjekte zu formieren. Womit hängt dieses Scheitern zusammen? Wie prägen die Debatten von damals unsere Politik von heute? Und wie lassen sich Sexualität und Klasse gegenwärtig zueinander denken? Welche Rolle spielen Sexualität und Klasse in aktuellen queerfeministischen Kämpfen?

Filmszenen u.a. aus: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (Rosa von Praunheim 1971), „Faustrecht der Freiheit“ (Rainer Werner Fassbinder 1975), „Das Burlebübele mag i net: Bewegte Lesben in Ost und West Berlin“ (Anke Schwarz, Sandra (Luka) Stoll und Roman Klarfeld 2008), „Le F.H.A.R. » (Carole Roussopoulos 1970).