Archiv für Februar 2014

Konzert: zigzagplutonium

Samstag // 01.03. // 21.00

das sagt die band: „Wir wissen immer noch nicht, was wir eigentlich mit „new silence“ meinen. Oder mit „postmodern, postplastic and preintellectual“. Streiten uns, ob wir eigentlich poppiger sind als wir sein wollen. Fragen uns, wo die Alters- und Schönheitsgrenzen für Rockstars liegen. Und dann sagen wir „Naja“, und zucken mit den Achseln, denn wir haben da so eine dumpfe Ahnung. Also lieber Klappe halten und spielen, irgendwas zwischen jazzigem Indierock und Punkpop. Diesmal in leise. Einfach so. Weil’s geht. Und weils die Welt für einen kurzen Moment irgendwie schöner macht. Ehrlich. Naja. Oder zumindest: Vielleicht.“

Hörprobe: https://myspace.com/zigzagplutonium

https://www.facebook.com/zigzagplutonium

Frauen* im jüdischen Widerstand – die „Meijdalach“ aus Bialystok

Mittwoch // 26.02.2014 // 20.00 Uhr

„Wenn ich heute darüber nachdenke, frage ich mich, wie es möglich war, dass die Juden, in die Ghettos gesperrt, hungrig, ohne Waffen, ohne Kontakt zur Außenwelt, wie diese Menschen überhaupt kämpfen konnten. (…) Über welche Bevölkerung sprechen wir? Über Zivilbevölkerung. Und unter welchen Bedingungen!“ (Chaika Grossmann / Widerstandskämpferin aus Białystok)

Unmenschliche Zustände, erzwungene Mittellosigkeit und stark begrenzter Lebensraum mit Blick auf die drohende Vernichtung durch die Nazis. Der jüdische Widerstand war zweifellos den größten Hürden ausgesetzt und ist eben aus diesem Grund ein Phänomen, welchem besondere Aufmerksamkeit zusteht. In der Geschichtsschreibung wird dieser jedoch häufig marginalisiert, wenn nicht gänzlich geleugnet. Allzu sehr steht hier das Bild der passiven Jüdinnen*Juden, die sich widerstandslos verfolgen und umbringen ließen im Vordergrund. Dem entgegengesetzt muss ein anderes Bild auf die Jüdinnen*Juden zur Zeit der Shoah geworfen werden: Das der kämpfenden Jüdinnen*Juden, die nicht (bloß) Opfer und somit als handlungsunfähig stigmatisiert sind, sondern aktiv waren und sich nicht dem Schicksal fügten.

Der Vortrag widmet sich dem Phänomen des jüdischen Widerstandes sowie seinen Bedingungen und Ausformungen. Exemplarisch steht die Widerstandsorganisation in der polnischen Stadt Białystok und dem dort von den Nazis errichteten Ghetto, wobei die Rolle der Białystoker Widerstandskämpferinnen („Meijdalach“) gesondert betrachtet werden soll.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe:
„מיר לעבן אייביק“ / „Mir lebn ejbik (Wir leben ewig)“ zu Widerstand, Befreiung und Gedenken
Veranstaltet von trans*genialer f_antifa und Autonomer Neuköllner Antifa

Infos und weitere Veranstaltungstermine in Kürze unter:
http://mirlebnejbik.blogsport.de/

Vermummt und Gewaltbereit – Podiumsdiskussion zu Polizeigewalt in Deutschland

Dienstag // 18.02. // 20.00

Ob bei rassistisch oder sozialchauvinistisch motivierten Kontrollen, Fußballspielen oder Hausdurchsuchungen. Viele von uns waren schon einmal von Polizeigewalt betroffen ohne dass wir gehört und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurden. Diesem untragbaren Zustand wollen wir etwas entgegensetzen.

Anlässlich des 17. Europäischen Polizeikongresses am 18.+19. Februar 2014 kehrt die Ausstellung Vermummt und Gewaltbereit – Polizeigewalt in Deutschland nach einjähriger Städtetour zurück nach Berlin Sie wird am 18.2. im K-Fetisch zu sehen sein. Wir möchten uns mit euch über Erfahrungen und Strategien gegen Polizeigewalt austauschen und laden zu einer offenen Podiumsdiskussion ein.

Mit uns diskutieren Napuli Langa vom O-Platz, die unter anderem kürzlich von rassistischen BVG-Kontrollen betroffen war, Peter Czoch, der zur Ultra-Szene pupliziert und selbst Fußball-Fan ist und eine Vertreterin von der Roten Hilfe Berlin.
Wie können wir voneinander lernen, einander unterstützen und uns zur Wehr setzen?
Viele weitere Fragen und hoffentlich ein paar Antworten gibt’s am 18.2. um 20 Uhr im k-fetisch. Die Foto-Ausstellung ist ab 19 Uhr zu sehen.

Input und Diskussion: Refugees welcome in Neukölln!

Dienstag // 11.02.14 // 19.30 Uhr

Rassistische Mobilisierungen verhindern bevor sie entstehen -
Refugees welcome in Neukölln!

Nicht nur in Berlin-Hellersdorf und dem sächsischen Schneeberg kam in den letzten Monaten zu Aufmärschen und rassistischer Hetze gegen Geflüchtete, auch andernorts vollziehen NPD und vermeintlich unpolitische Anwohner_innen den Schulterschluss gegen Menschen, die in Deutschland Schutz suchen oder in der Hoffnung auf ein besseres Leben hierher kommen.

Nur zwei U-Bahn-Stationen südlich der Ringbahn wird in der Neuköllner Späthstraße voraussichtlich im März 2014 eine neue Unterkunft für ca. 450 Geflüchtete eröffnet. Bereits über einem Jahr verbreitet die NPD im Süden Neuköllns ihren Hass gegen geflüchtete Menschen und bekommt dabei auch bereitwillige Unterstützung von der örtlichen CDU. Diese richtete im Oktober 2012 eine „Bürgerversammlung“ in Rudow aus, auf der die Stimmung derart durch agressive Ablehung geprägt war, dass sich NPD-Aktive nicht einmal selbst zu Wort melden mussten, während solidarische Positionen vom Publikum im Saal niedergebrüllt wurden.
4,4 % der Wähler_innen im angrenzenden Wahlkreis gaben bei der Bundestagswahl ihre Stimme der NPD, deutlich mehr als in anderen Teilen Neuköllns und die rassistische Hetze geht auch nach der Wahl unvermindert weiter in Form von Flugblättern, Kundgebungen und einer Demonstration von Schöneweide nach Rudow. Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky(SPD) zeigt breites Verständnis für die Ängste der Anwohner_innen und bezeichnet Flüchtlinge stets auch als eine „Belastung“ für den Stadtbezirk.

Daher ist es wichtig, wachsam zu bleiben und sämtlichen rassistischen Bestrebungen entschlossen entgegenzutreten. Hierzu wird es im Neuköllner Norden zwei Infoveranstaltungen geben, mit denen wir euch ein Überblick der aktuellen Situation geben und mit Euch und Aktivist_innen aus Hellersdorf und Brandenburg über Aktionsmöglichkeiten und nötige Unterstützungsarbeit diskutieren wollen.

Die Veranstaltung findet auch nochmal am 18.02.14 um 19.30 Uhr im Syndikat (Weisestraße 56) statt!!!

Paul Mattick: Die Revolution als großes Abenteuer

Donnerstag // 6. Februar // 20:00

Einführung, Lesung & Diskussion mit den Herausgebern Marc & Christoph

Paul Mattick (1904-1981) ist vielleicht der exemplarische Arbeiterrevolutionär und Intellektuelle: Seine furiose Abrechnung mit John Maynard Keynes, seine Kritik an Herbert Marcuse, die dieser übrigens als einzig taugliche Kritik von links akzeptierte, seine sprichwörtliche Marx-Orthodoxie, mit der er den tendenziellen Fall der Profitrate gegen allerlei »Modernisierer« verteidigte, machten den Deutsch-Amerikaner in den 60er und 70er Jahre zu einer Art kommunistischem Gewissen und Stichwortgeber der antiautoritären Revolte.
Fundiert war sein sympathisch halsstarriges radikales Denken in einer aufregenden Lebensgeschichte, von der man sich damals wie von einer Legende erzählte: Der Schulabbrecher und Autodiktat aus prekären proletarischen Verhältnissen war in der Weimarer Republik in der anti-parlamentarischen marxistischen KAPD organisiert, schlug sich als Schlosser, Tagelöhner und Wanderagitator durch, war durchdrungen von der revolutionären Stimmung jener Tage. 1926 wanderte er aus Abenteuerlust in die USA aus, re-organisierte in Chicago die Wobblies, engagierte sich in der Arbeitslosenbewegung der Grossen Depression, tauchte später in die New Yorker Boheme ein und verfocht in selbstverlegten Kleinstpublikationen einen antiautoritären Kommunismus.
Mattick hat um diese Biographie kein Aufheben gemacht, Heldengeschichten waren ihm zuwider. Aber er gab trotzdem Auskunft: 1976 führte der Hannoveraner Politologe Michael Buckmiller ein langes autobiographisches Interview mit ihm. Das Interview wurde bis dato nie publiziert, nur einzelne Informationen daraus kursierten, Jahrzehnte war es unter Verschluss, erst vor kurzem haben es die Berliner Herausgeber ausgegraben – und das Recht auf eine Veröffentlichung durchsetzen können. Das Interview übertrifft tatsächlich die Erwartungen: Es ist ein lebenssatter Bericht, in dem uns Mattick als ebenso lakonischer wie unabhängiger Kommunist, dem alle Parteischablonen und alles friedfertig sich beschränkende Denken zuwider waren, begegnet.
Die beiden Herausgeber werden kurz in Leben und Werk von Paul Mattick einführen und Passagen aus diesem Lebensbericht lesen – kombiniert mit literarischen Texten Matticks, in denen er etwa die Klassenkriege, die in den 20er Jahren in den USA tobten, verarbeitete.

Paul Mattick: Die Revolution war für mich ein großes Abenteuer. Paul Mattick im Gespräch mit Michael Buckmiller, hrsg. Marc Geoffroy, Christoph Plutte, Unrast Verlag, Münster 2013.
Mehr: http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/die-revolution-war-fuer-mich-ein-grosses-abenteuer-detail