Archiv für Januar 2014

Das nationalsozialistische Jugendkonzentrationslager Uckermark – (Geschlechter-)Perspektiven für einen Gedenkort

Donnerstag // 23.01. // 19:30 Uhr

Veranstaltung, Filmausschnitte und Diskussion mit Autor_innen des Buches „Unwegsames Gelände. Das Jugendkonzentrationslager Uckermark – Kontroversen um einen Gedenkort“ (fwpf-Verlag 2013)

Seit 1942 befand sich in unmittelbarer Nähe zu dem ehemaligen nationalsozialistischen Frauenkonzentrationslager Ravensbrück das so genannte „Jugendschutzlager“ Uckermark für Mädchen und junge Frauen. In den letzten Monaten des Krieges wurde es zu einem Tötungs- und Sterbelager umfunktioniert; Tausende der Häftlinge starben durch systematische Unterversorgung und gezielte Tötung. Bis heute ist dieser Ort weitgehend unbekannt, Uckermark gehört zu den so genannten vergessenen Lagern. Damals wie heute gab und gibt es wenig Anerkennung für die Überlebenden, da sie als so genannte „Asoziale“ verfolgt und inhaftiert waren. Auch nach 1945 waren sie gesellschaftlicher Stigmatisierung ausgesetzt.

Seit einigen Jahren gibt es auf dem brachliegenden Gelände unterschiedliche Akteur_innen und Initiativen, die sich für die Schaffung eines würdigen Gedenkortes einsetzen und dabei auch Formen von autonomem, feministischem Gedenken umsetzen. Begleitet wird diese unkonventionelle Praxis von zahlreichen Kontroversen um die Gestaltung des Ortes und angemessene Formen und Politiken des Gedenkens. Diese unterschiedlichen Positionen und Debatten haben wir in unserem Buch aufgegriffen.

Bei der Veranstaltung wollen wir mit einigen der Autor_innen und Aktivist_innen den Stand der Dinge rekapitulieren und (feministische) Formen des Gedenkens diskutieren. Wie sollte ein zukünftiger Gedenkort Uckermark aussehen? Wie kann z.B. feministisches, genderbezogenes oder intersektionales Gedenken aussehen, ohne die Vergangenheit zu vereinnahmen und für gegenwärtige Politiken zu instrumentalisieren? Eingeladen sind Corinna Tomberger, Meike Günther und Vertreter_innen der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V. sowie Filmemacher_innen des Films „Zugang erwünscht“, aus dem Ausschnitte gezeigt werden.

Das Einfache, das schwer zu machen ist

Freitag // 17.01. // 20.00

Eine Text- und Soundcollage zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Scheiterns zum Kommunismus.
Am Freitag Abend präsentiert das tippel orchestra Texte und Lieder, die sich mit dem Begriff des Scheiterns nach Außen, Innen und als Chance auseinandersetzen.

Apologie von links

Mittwoch // 8.1.2014 // 20 Uhr

Veranstaltung mit Günther Sandleben zur Kritik gängiger Krisentheorien

Über die Krise wird viel diskutiert, Theorien gibt es reichlich. Doch wird das Krisengeschehen wirklich adäquat erfasst? Die Erklärungsweisen von der Neoklassik bis hin zum Keynesianismus sind gescheitert. Gilt das auch für linke Krisentheorien? Diese Frage untersucht Günther Sandleben. Er ist Coautor des kürzlich im Neuen ISP-Verlag erschienen Buch „Apologie von links“. Am Roten Abend wird Sandleben Beiträge zur Krise unter anderem von Ernst Lohoff, Norbert Trenkle und Michael Heinrich kritisch auf den Prüfstand stellen. Wir hoffen auf eine lebhafte Diskussion. Dabei geht es uns neben der Kritik an den unterschiedlichen Krisentheorien auch um die Frage, welche Konsequenzen sie für die politische Praxis haben. Das wird an einer Kritik, die sich ausschließlich auf die Banken konzentriert ebenso deutlich wie an den Versuchen sozialdemokratischer Parteien, den keynsianistischen Wohlfahrtsstaat wieder zu beleben. Wir sehen diese Veranstaltung im daher auch als einen Beitrag für die Rekonstruktion einer linken Theorie und Praxis auf der Höhe der Zeit.

VeranstalterIn: Internatioanale Kommunist_innen,
http://interkomm.so36.net