Archiv für April 2013

Berlin Irish Pro Choice Solidarity // Info- und Film Abend zum Thema Abtreibungsverbot in Irland

Dienstag //23.4. // 19.30

Im Oktober 2012 ist eine Frau in Irland an einem septischen
Schockgestorben, nachdem die Ärzt_innen sich tagelang weigerten, den Fötus, dessen Herz noch schlug, der aber nicht lebensfähig war, zu entfernen.
Der Schwangerschaftsabbruch bleibt stigmatisiert, auch wenn 85% der Wähler_innen dafür sind, Gesetze für den X-Fall endlich zu erlassen. Ein Gesetz von 1861, als Irland noch kolonisiert war, droht immer noch eine lebenslange Freiheitsstrafe. Jeden Tag reisen mindestens 12 Frauen von Irland nach England, um dort abzutreiben.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat schon deutlich gemacht, es müsse ein praktikables Verfahren geben, das erkrankten Schwangeren bei substanziellen Gesundheitsgefahren eine Abtreibung im Inland ermögliche. Dies habe Irlands höchstes Gericht bereits 1992 festgestellt, das Parlament habe es jedoch versäumt, entsprechende
Ausführungsbestimmungen zu erlassen.

An diesem Abend wollen wir Fragen stellen und Info zur Verfügung stellen. Wir zeigen Filme aus Irland, die das Thema handeln und den Betroffenen selbst zu Wort kommen lassen.

„Casa Pound“: Italiens „Faschisten des 3. Jahrtausends“

Donnerstag // 11.4. // 19.00

Saverio Ferrari von dem antifaschistischen Dokumentationszentrum «Osservatorio Democratico» in Mailand berichtet über die rechte Sozialbewegung in Italien.

Ausgehend von einem Kulturzentrum in Rom, benannt nach dem US-Poeten und Mussolini-Unterstützer Ezra Pound, hat eine nationalrevolutionäre, soziale Bewegung namens «Casa Pound» in den zurückliegenden 10 Jahren einen ebenso bemerkenswerten wie beängstigenden Aufstieg erlebt. Ihre ProtagonistInnen bezeichnen sich selbst als «I fascisti del terzo millenio», als Faschisten des 3. Jahrtausends.

«Casa Pound» nach betätigt sich außerordentlich stark in jugendkulturellen Bereichen, agitiert und organisiert junge Erwachsene und sieht sich als non-konforme Avantgarde einer neofaschistischen kulturellen Revolution.

Ihre AktivistInnen besetzen Häuser für rechte Sozialzentren und organisieren Müttervereinigungen, karitative Sammlungen für Obdachlose und Waisenhäuser, sowie humanitäre Hilfe für Erdbebenopfer in Italien und NGOs im Ausland. Sie protestieren für Sozialtickets, gegen Entlassungen und Steuererhöhungen und agitieren äußerst aggressiv gegen Kapitalismus und Neoliberalismus und für ihren Entwurf eines starken autarken «Sozialstaats des 3. Weges», fernab von Kapitalismus und Kommunismus. Dafür bedarf es ihrer Meinung nach einer italienischen und europäischen Identität, die sich nur ohne Immigration gewährleisten ließe.

Um mehr über diese Bewegung im Kaleidoskop der italienischen Rechten und ihre Wirkmächtigkeit in der italienischen Gesellschaft zu erfahren, laden wir zum Vortrag von Saverio Ferrari vom Osservatorio Democratico, einem antifaschistischen Dokumentationszentrum in Mailand ein.

Veranstaltet von der Rosa Luxemburg Stiftung