Archiv für November 2012

Vortrag von „Boats4People und Fels“

Heute // 28.11.12 // 19.00

Boats4People – Erfahrungen und Eindrücke eines transnationalen Vernetzungsprojekt’s für weltweite Bewegungsfreiheit

Im Juli dieses Jahres waren Aktivist_innen von Boats4People aus Afrika und Europa zwischen Italien und Tunesien unterwegs, um gegen das EU-Grenzregime zu protestieren. Mit einem Boot und auf Fähren, vor Knästen, Lagern und Behörden forderten sie ein Ende des Sterbens auf dem Mittelmeer und der Kriminalisierung von Migration.
Erstmals seit der Reise werden Teilnehmer_innen gesammelte Eindrücke und Erfahrungen schildern, das soll es aber nicht gewesen sein: Boats4People hat Kontakte zu Gleichgesinnten aus den Bewegungen des Arabischen Frühlings geknüpft und wird davon berichten.

Veranstaltet von Boats4People und FelS (Für eine linke Strömung)

Hinweis: Im Anschluss an die Veranstaltung findet der Stammtisch der Gruppe FelS statt – offen für alle Interessierten!

Buchvorstellung und Lesung: „Die versteckten Kinder – aus dem Holocaust nach Buenos Aires“

Mittwoch // 21. November 2012 // 19:00 Uhr

Das Buch Los Niños Escondidos – Del Holocausto a Buenos Aires (Die versteckten Kinder – Aus dem Holocaust nach Buenos Aires) schildert die Biografien von dreißig Menschen, die als Kinder die Shoah überlebt haben und anschließend nach Argentinien emigriert sind.

Hintergrund:
Eine besondere Leerstelle bei der Dokumentation von Shoah-Überlebendenberichten bildet Lateinamerika: Im Vergleich zu den Überlebenden, die heute in Europa, Israel oder den USA leben oder dort gelebt haben, sind die Schicksale derer, die nach Lateinamerika gegangen sind, in Deutschland stark unterrepräsentiert.

Werden Argentinien und der deutsche Nationalsozialismus zusammengedacht, dann ist dieses Land in Deutschland eher als Fluchtziel für NS-KriegsverbrecherInnen denn als Zufluchtsort für die Opfer bekannt. Doch in den 1930er-Jahren vergrößerte sich die bereits beachtliche „deutsche Kolonie“ in Buenos Aires beträchtlich, als die Stadt Ziel von aus Deutschland flüchtenden AntifaschistInnen und/oder Jüdinnen und Juden wurde. Und einen Teil dieser gleichwohl lateinamerikanischer als auch deutscher Geschichte spiegelt sich in den Biografien der 30 überlebenden „Kinder“ aus Los Niños Escondidos – Del Holocausto a Buenos Aires wider.

Psychiatriekritik und Geschlecht. Zwischen Zusammenarbeit und Konflikten. Eine Podiumsdiskussion

Freitag / 16.11. // 19.00 @ k-fetisch

2013 wird voraussichtlich das DSM V* erscheinen.
In ihm werden die Diagnosen für die sog. „psychischen Krankheiten“ für den nordamerikanischen Raum festgelegt.

Dieses Handbuch hat einen enormen Einfluss auf die Definierung der entsprechenden Diagnosen im Manual der Weltgesundheitsorganisation, welches die Grundlage der Abrechnung für die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland bildet.
Dass die Diagnose „Geschlechtsidentitätstörung“ vom DSM IV für das DSM V übernommen werden soll, hat bereits im Vorfeld z
ur breiten Formierung von Protest geführt. U.a. hat sich ein internationales „Stop Transpathologization 2012″ Bündnis gegründet.

Der Protest gegen die Diagnose Geschlechtsidentitätstörung deckt
exemplarisch die Schnittstellen zwischen antipsychiatrischen /
psychiatriekritischen und die von lgbtiq-Gruppierungen formulierte
Kritik auf. So spielt die Psychiatrie eine wesentliche Rolle in der
Konstruktion von Geschlecht – u.a. wurde die Frau mit der Diagnose
Hysterie zum “kranken Geschlecht“ und Homosexualität galt bis 1992 als psychische Krankheit.

Im Rahmen eines Bündnisses kam es zu Beginn 2012 zu einer ersten Zusammenarbeit in Berlin. Eine radikalere Kritik am psychiatrischen System seitens der lgbtiq-Gruppierungen wurde hierbei von den psychiatriekritischen Gruppierungen gewünscht.

Im Rahmen eines öffentlichen Podiums sollen nun mögliche Konfliktlinien, aber auch Möglichkeiten politischer Zusammenarbeit diskutiert werden.

presented by:
AK Psychiatriekritik der NFJ (Naturfreundejugend Berlin)

* DSM V meint die fünfte Version des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, ein Klassifikationssystem für „psychische Krankheiten“ der American Psychiatric Association.