Netzfeminismus. Ein Mittel zum (Selbst-) Zweck?

Mittwoch den 03.07. um 20.00 bei uns

Der Feminismus ist längst im Web 2.0 angekommen. Blogs und vor allem soziale Medien sind als Plattformen für feministische Positionen und Debatten nicht mehr wegzudenken.Sie öffnen für eine diverser werdende feministische Bewegung einen relativ leicht zugänglichen Raum, um sich zu vernetzen und ihre Kritik an den sexistischen Zuständen sichtbar zu machen. Hashtag Kampagnen wie #aufschrei, #ausnahmslos und international #metoo ist es in der vergangenen Jahren gelungen, auch über feministische Zusammenhänge hinaus, ein Bewusstsein für alltägliche sexualisierte Gewalt gegen Frauen* zu schaffen und zugleich Debatten über den Versuch der rassistischen Vereinnahmung feministischer Errungenschaften anzustoßen. Aber wie viel bringen gesteigerte Reichweite und Klicks wirklich, wenn es darum geht ganz analog das Patriarchat abzuschaffen?

Netzfeministische Debatten scheinen häufig vor allem ein Internetphänomen zu bleiben. Eine Übersetzung in efolgreiche politsche Kampagagne oder gar gesellschaftliche Wirksamkeit gelingt viel zu selten. Was hat das mit der politischen Ausrichtung und sozialen Zusammensetzung der Aktivistinnen* selbst zu tun und mit dem Eindruck, dass auf Twitter und anderswo mehr oder weniger toxisch feministische Positionen zunehmend gegeneinander diskutiert werden?

Mit Yasmina Banaszczuk und Merle Stöver wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltunsreihe „…still have to protest this shit!“ darüber sprechen, was den deutschsprachigen Netzfeminismus von anderen unterscheidet und wie er sich in den vergangen Jahren verändert hat. Worin die Potenziale, aber auch die Grenzen digitaler feministischer Mobilisierung liegen, auf dem Weg zu einer Gesellschaft in der Geschlecht keine hierarchisierende Kategorie mehr sein muss, darüber möchten wir im Anschluss mit euch diskutieren.

Yasmina Banaszczuk ist Journalistin und Autorin in Berlin. Sie berät Organisationen und spricht auf Konferenzen zu den Themen Digitale Kutur und Feminismus.

Merle Stöver studiert Antisemitismusforschung, forscht und schreibt zu Antisemitismus und Geschlecht, ist Autorin in u.a. „Beißreflexe“ und „Feministisch streiten“. Von 2011 bis 2016 betrieb sie einen feministischen Blog.

Veranstaltet von der Autonomen Neuköllner Antifa

Screening: Bravado Magenta

Mittwoch // 22.05. // 20.00

Bravado Magenta (Documentary / 2019, only in english)

An exposé on the intersection of coloniality and patriarchy. A performative documentary which critically analyzes racialized masculinities through self-cartography and storytelling.

Written and Directed by Bocafloja (Nana Dijo, 2016, Dir.) after the film: Q & A with Bocafloja & & Spoken Word Performance

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=CibuSOWr8Ac

http://www.emancipassion.com/

Danke, Antifa! Vom antifaschistischen Notwehrkonzept und staatlichen Gewaltmonopol

Diskussionsveranstaltung am Donnerstag // 21. März // 20.00 Uhr

Obwohl die Statistiken eine deutliche Zunahme rechter Gewalttaten in den letzten Jahren belegen, herrscht immernoch die Überzeugung, rechte Scharfmacher*innen entschuldigen und rechte Übergriffe relativieren zu müssen. Trotz einer offensichtlichen Bedrohungslage, wie der Brandserie in Neukölln, wird rechte Gewalt ausgeblendet, verschleiert und verharmlost. Die partielle gesellschaftliche Sensibilisierung nach dem NSU-Komplex hinsichtlich der Verstrickung staatlicher Institutionen in den rechten Terror hat weder zu einem Umbau der Sicherheitsorgane noch zur politischen Einsicht geführt, die rechte Mitte und den rechten Rand verstärkt ins Visier zu nehmen.

Wer sich und andere vor Neonazigewalt schützen will, muss sich also nach wie vor mit Selbstschutz im weiteren Sinne beschäftigen. Doch die Auseinandersetzung mit Neonazis steht vermehrt aus Teilen der “Zivilgesellschaft” unter Beschuss. Selbst von AfD-Trollen und staatlichen Förderungen unter Druck gesetzt, wird sich bei jedem unglücklich stolpernden Nazi von einer lang erprobten und halbwegs erfolgreichen Praxis im Kampf gegen Neonazis distanziert. Als faden Ausweg ertönt gleichzeitig der Ruf nach den Sicherheitsbehörden…

Ein Diskussionsabend zu antifaschistischem Selbstschutz und zu strukturellen Hindernissen bei der Strafverfolung am Beispiel Neukölln.

Präsentiert von der ANA (Autonome Neuköllner Antifa)

Feministische Empfängnis – Vortrag von Madita Medusa

Donnerstag // 07.03. // 20.00Uhr

Feministische Empfängnis – Madita Medusa wirft einen feministischen Blick auf Reproduktion

Es scheint, als würde die Biologie der Gleichberechtigung im Wege stehen: Schwangerschaft, Geburt, Stillen. Kaum geht es um Reproduktion, werden Frauen mit Argumenten der Biologie in eine konservative Mutterrolle gedrängt, die gesamtgesellschaftlich gehegt und gepflegt wird.

Werdenden Vätern hingegen wird mittels selber Argumentation ihre Relevanz in Sachen Säuglingspflege abgesprochen. Wir Menschen haben uns längst von biologischen Zwängen emanzipiert – ob mit Brille oder künstlichem Hüftgelenk – doch beim Thema Kinderkriegen stehen die Uhren still.

Vom Orgasmus, über die Empfängnis bis zur Elternzeit – Madita Medusa schmeißt in ihrem Vortrag nicht nur traditionelle Vorstellungen von Familie, sondern auch romantisierte Fußfesseln wie „Mutterliebe“ über Bord.

Nicht nur für Menschen mit Gebärmutter spannend.

Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Referentin wird gebeten.

Lesung: Sprengel für alle mit Ute Wieners

Donnerstag // 10.01. // 20.00Uhr

Im Sommer 1987 besetzen junge Leute Gebäude der ehemaligen Schokoladenfabrik Sprengel in der Nordstadt von Hannover. Das Gelände wird zum Magneten für Menschen und Initiativen mit den unterschiedlichsten Motiven. Auch BürgerInnen aus dem Stadtteil unterstützen die BesetzerInnen. Bald heißt es: „Sprengel für alle“. Denn alle sind willkommen.

Der gemeinsame Kampf über die üblichen gesellschaftlichen Schranken hinweg ist die Stärke der BesetzerInnen und gleichzeitig ihre größte Herausforderung. Sie gehen ungewöhnliche Kooperationen ein, hecken grandiose Pläne und Aktionen aus und versuchen sich in improvisierten Baumaßnahmen. Doch wenn es gerade keine Konflikte mit Stadt, Staat und Polizei gibt, werden die Ressentiments untereinander zum Hauptinhalt. Mackertum und Sexismus, Drohungen und Angst bestimmen mehr und mehr den Alltag. Zudem steht das Sprengelgelände im Zentrum der Chaostage, die bundesweit und international Schlagzeilen machen. Schließlich eskaliert der Konflikt zwischen zwei verfeindeten Gruppen, den PunkerInnen und den Autonomen.

Sprengel für alle ist eine packend und witzig erzählte Kultur- und Politikgeschichte der 1980er und 1990er Jahre. Seinen Reiz entwickelt das Buch durch die radikal subjektive Perspektive einer ungewöhnlichen Erzählerin: Mit den Augen dieser ebenso eigensinnigen wie liebenswerten Einzelgängerin verfolgen die LeserInnen den Zusammenstoß verschiedener Strömungen der Polit- und Jugendkulturen. Die angesprochenen Themen sind heute, in Zeiten von steigenden Mieten und Umstrukturierungen in den Stadtteilen, so aktuell wie damals.



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