Trottelquiz² – Sommerquiz-Edition

Dienstag // 17.07. // 20Uhr

Testet euer (Un-)Wissen über radikale Hitzewellen, revolutionäre Schwimmbadaktionen, sonnenstichige Kunst- und Kulturaktionen und hitzköpfige Emanizipationskämpfe. Diesmal neu: Ihr bekommt was auf die Ohren – also Musicnerds: come over! Es wird wieder in Teams gespielt und gebuzzert und es gibt der Temperatur angemessene Preise! Also Wasser aus dem Haar geschüttelt, Sonnenbrille aufgesetzt, 3-7köpfiges Team zusammengerufen (oder vor Ort spontan gebildet) und losgelegt. #be nice to k-fetisch: Wir fangen pünktlich um 20h an! Aktuelle Infos unter www.foolsquiz.net

Vom „proletarischen Mai“ 1968 zum „proletarischen Herbst“ 2018?

Donnerstag // 7. Juni 2018 // 20.00 – 22.00 Uhr

Vom „proletarischen Mai“ 1968 zum „proletarischen Herbst“ 2018?

Klassenpolitik zwischen fordistischer Aufstiegserwartung und segmentierter „Abstiegsgesellschaft“

Soweit „1968″ nicht auf die offene Feindschaft der politischen Rechten stößt, gilt es in der liberalen deutschsprachigen Öffentlichkeit, aber auch bei großen Teilen der Linken vor allem als Synonym einer von Student*innen, einer Jugendrevolte oder als Auftakt der zweiten Frauenbewegung getragenen Kulturrevolution. Doch so wichtig diese Bewegungen waren, so erschöpft sich die Bedeutung der damaligen Entwicklung darin nicht. „1968″ steht auch für den „proletarischen Mai“ in Europa, der durch den Generalstreik von zehn Millionen französischer Arbeiterinnen und Arbeiter einen gewaltigen Anstoß erfuhr. Diesen heute – auch in großen Teilen der Linken – verdrängten und vergessenen Klassenkämpfen der „68er Jahre“ wollen wir in der Veranstaltung „auf den Zahn fühlen“, ihr Ausmaß und ihren historischen Stellenwert ausloten. Wir wollen aber auch darüber diskutieren, welche Relevanz sie für unsere sozioökonomisch und politisch drastisch veränderte Gegenwart haben. Dabei soll insbesondere der Stand der aktuellen Diskussion über eine „Neue Klassenpolitik“ in die Debatte einbezogen werden.

Inputs und Diskussion mit:

Bernd Gehrke (AK Geschichte)

Stephan Junker (iL)

Winfried Wolf (Lunapark 21)

Mod.: Renate Hürtgen (AK Geschichte)

Zur Einstimmung, Filmausschnitt: „1968 – eine Weltrevolution (Media ’68/IL Manifesto)

Veranstalter: AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West, Finanziert von Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt

Buchvorstellung „Deutsche Arbeit“

Dienstag 5.6 // 20.00 Uhr

Felix Axster und Nikolas Lelle stellen zusammen mit Klaus Holz den 2. Band ‚„Deutsche Arbeit“. Kritische Perspektiven auf ein ideologisches Selbstbild‘ aus der Reihe „Studien zu Ressentiments in Geschichte und Gegenwart“ (hrsg. vom Zentrum für Antisemitismusforschung) vor.

„Der Topos „Deutsche Arbeit“ entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und verknüpfte Vorstellungen von Arbeitsmoral und nationalem Charakter.

Während des NS-Regimes wurde er – als konstitutiver Bestandteil des Konzepts der „Volksgemeinschaft“ – in besonderer Weise wirkmächtig. Das Buch geht der Genese dieses ideologischen Selbstbildes nach. Die Beiträge untersuchen, in welcher Weise Arbeit nationalistisch aufgeladen und im Gegenzug die Ideologie des Nationalen durch den Arbeitsbegriff konturiert wurde. Ebenso wird nach dem Potenzial der Ausgrenzung gefragt, das im Antisemitismus und der Vernichtungspolitik des „Dritten Reichs“ kulminierte. Schließlich wird die Frage aufgeworfen, wie sich die spezifische Radikalisierung des Topos „Deutsche Arbeit“ durch den Nationalsozialismus fassen lässt und welchen Effekt die Erkenntnis der longue durée dieses Topos‘ auf die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte hat.

Wir werden an diesem Abend in das Buch einführen, zwei Aufsätze ausführlicher vorstellen und dann die Frage nach der Aktualität des Topos „Deutsche Arbeit“ zur Diskussion stellen. Dabei geht es auch und vor allem um den Versuch, gegenwärtig in Deutschland geführte Debatten über Arbeit, die im Zuge der Wirtschaftskrise wieder verstärkt Konjunktur haben, historisch zu kontextualisieren und auf Bruchstellen und Kontinuitätslinien hin zu befragen.“

Buchvorstellung: Susanne Kappesser: Radikale Erschütterungen. Körper- und Gender-Konzepte im neuen Horrorfilm

Dienstag 22. Mai // 20 Uhr

Susanne Kappesser: Radikale Erschütterungen. Körper- und Gender-Konzepte im neuen Horrorfilm

Frauen im Horrorfilm sind entweder Opfer oder erhalten die berühmte Rolle des »Final Girls« – der letzten Überlebenden, die den Serienkiller meist zur Strecke bringt –, und fast immer werden sie stark sexualisiert dargestellt. Nicht so im modernen französischen Genrekino. Die französischen Terrorfilme der letzten 15 Jahre fallen nicht nur wegen der drastischen und realistischen Darstellung von Gewalt auf (»neue französische Härte«). Sie haben auch Frauenfiguren hervorgebracht, die es bisher in dem Genre noch nicht gab. Es scheint, als seien autonome und selbstreflexive Frauen die neue Quelle des Horrors.
Anhand der wichtigsten Filme des Genres wie etwa HIGH TENSION, MARTYRS, FRONTIER(S) und INSIDE untersucht die Autorin mittels neuerer Ansätze der Körper- und Gendertheorie die Repräsentationen des Körperhorrors. Ihre zentrale These: Weibliche Figuren, die sich heteronormativen Körperkonzepten entziehen, werden zu monströsen Gestalten. Die Verhandlungen mit tradierten Vorstellungen von Körperlichkeit erfolgen dabei in drei Schritten: Irritation, Angriff und Erschütterung – die Leinwandkörper greifen unsere gegenwärtigen Konzeptionen von Geschlecht und Körper an, und es wird deutlich: Die Quelle des Terrors liegt in unserer eigenen sozialen Wirklichkeit.

Das Buch ist im Bertz Fischer Verlag erschienen.

http://www.bertz-fischer.de/product_info.php?products_id=486

Auftaktveranstaltung der Linken Buchtage 2018.
Die Linken Buchtage finden vom 1.-3. Juni im Mehringhof Kreuzberg statt.

Weitere Informationen unter www.linkebuchtage.de

Die MRX-Maschine

Donnerstag 17.5. // 20 Uhr

Marx ausbuddeln, Proletariat einrühren, Geschlecht aufmischen…

Heiner Müller schlägt für den Umgang mit Lenin eine Strategie des Grabraubs oder der Ansteckung vor: „Erst wenn er aus dem Mausoleum raus ist. Dann ist der Virus wieder freigesetzt.“ Auch für die Ansteckung mit Marx und für den nach Verwesung duftenden Begriff des Proletariats gilt es die Schaufeln auszupacken – um sich weniger vom scheinheiligen Pathos der Erben oder wissenschaftlicher Desinfektion als vielmehr von der Taktlosigkeit der Grabräuber*innen und Zombies leiten zu lassen. Wie lassen sich in einem solchen Programm Proletariat, Feminismus und Antirassismus solidarisch zusammendenken? Darüber diskutieren Luise Meier und Patrick Eiden-Offe.

Luise Meier, geboren 1985 in Ostberlin, Studienabbrecherin, „freie“ Autorin und Servicekraft veröffentlichte bis 2017 auf der homepage der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Ihr Buch „MRX Maschine“ ist 2018 bei Matthes & Seitz Berlin erschienen.

Dr. Patrick Eiden-Offe arbeitet am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung und hat 2017 sein vielbeachtetes Buch Poesie der Klasse. Romantischer Antikapitalismus und die Erfindung des Proletariats veröffentlicht.

Veranstaltet von Helle Panke – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin



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